Radstreifen im Kanton Thurgau sind oft zu eng


Wo Radstreifen angebracht sind, erwartet man etwas Platz für sich und etwas mehr Abstand vom überholenden motorisierten Verkehr. Diese Erwartungen werden jedoch nur dann erfüllt, wenn der Radstreifen auch eine genügende Breite aufweist (mind. 1,25m). Ansonsten führt der Radstreifen eher zum gegenteiligen Effekt. So hat man weniger Platz und man wird knapper überholt. Das grösste Problem dabei ist, dass Lenkende ihren Platz bis zur gelben Abtrennung ausnützen, ungeachtet dessen, wie nahe man am gelben Streifen mit dem Velo unterwegs ist. Dies ist keineswegs eine subjektive Empfindung sondern liess sich mannigfach überprüfen und erklären, weshalb auch die Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu von sogenannter „Defizitäre Infrastruktur“ spricht, welche eine vermeintliche Sicherheit bietet.

Download bfu Sicherheitsdossier Nr. 8 Radverkehr

In Frauenfeld haben wir dabei im 2012 Messungen durchgeführt und mussten erstaunt feststellen, dass die meisten der Radstreifen viel zu eng sind. Hier zwei Beispiele:















Wir haben daraufhin mit dem städtischen Tiefbauamt Kontakt aufgenommen und im velojournal einen Artikel publiziert:

Download Artikel im velojournal „Diese Radstreifen gefährden Ihre Gesundheit“

Doch manche Radstreifen sind nicht nur einfach zu eng, sondern führen direkt in die „Türfalle“. Das ist der Bereich, wo aufgehende Türen von parkierten Autos zur plötzlichen Kollisionsgefahr werden. In Bern reagiert man auf dieses Problem mit Abständen zu den Parkfeldern, wie die beiden Bilder rechts zeigen.






















Die Stadt hat unser Anliegen entgegengenommen und die Radstreifen in Frauenfeld teilweise angepasst.

Download Artikel in der Thurgauer Zeitung „Sieben entschärfte Stellen“

Gleichzeitig hat sie mit dem Kanton eine Sitzung einberufen und das Vorgehen mit ihm abgesprochen. Leider war die Besprechung mit dem Kanton wenig konstruktiv und wir verliessen die Sitzung mit dem Gefühl, dass sich nicht viel tun wird. Umso erstaunter waren wir, als 2014 plötzlich mit der Anpassung begonnen wurde. Da eine klare Kommunikation des Kantons fehlte, führte dies zu einigen Polemiken. So setzten sich Journalisten, Laien und Kommunalpolitiker mit dem Thema auseinander, ohne jedoch Hintergrundinformationen zu haben und deshalb wenig fundiert - anzusehen an der dauernden Verwechslung von Radwegen und Radstreifen.

Download Kommentar in der Thurgauer Zeitung „Das Geld liegt auf der Strasse“

Download Artikel in der Thurgauer Zeitung „Auf einmal fehlt der Veloweg“















Velofahrende haben weit mehr Bedürfnisse als nur sicher fahren zu können. Wichtig sind auch abschliessbare und gedeckte Abstellmöglichkeiten, der Velo-Selbstverlad in Bussen und Zügen, Pumpstationen, Aufladestationen für E-Bikes, sinnvolle und ausreichende Wegweiser... die Liste lässt sich beliebig verlängern.


Pro Velo Thurgau setzt sich dafür ein, dass Velofahrende eine angemessene Infrastruktur erhalten, welche Ihren Bedürfnissen entspricht. Pro Velo arbeitet partnerschaftlich mit Behörden und Private zusammen um die Infrastruktur im Thurgau zu verbessern.Infrastruktur


Velofahrende haben weit mehr Bedürfnisse als nur sicher fahren zu können. Wichtig sind auch abschliessbare und gedeckte Abstellmöglichkeiten, der Velo-Selbstverlad in Bussen und Zügen, Pumpstationen, Aufladestationen für E-Bikes, sinnvolle und ausreichende Wegweiser... die Liste lässt sich beliebig verlängern.


Pro Velo Thurgau setzt sich dafür ein, dass Velofahrende eine angemessene Infrastruktur erhalten, welche Ihren Bedürfnissen entspricht. Pro Velo arbeitet partnerschaftlich mit Behörden und Private zusammen um die Infrastruktur im Thurgau zu verbessern.


Anpassung der Radstreifen gefordert

Ausgefräster und neu bemalter Radstreifen an der St. Gallerstrasse in Arbon

So erfuhren wir nur „hintenrum“ davon, dass der Kanton unsere Kritik gelten liess und daraufhin aktiv wurde. In der Folge haben wir beim stellvertretenden Amtsleiter beim kantonalen Tiefbauamt nachgefragt, der das Vorgehen erklärte, und unsere Mitglieder darüber informierte:

Downlaod Artikel im velojournal „Radstreifen endlich angepasst“

So ganz nebenbei scheint sich in Zukunft eine weitere Anpassung der Norm abzuzeichnen. Neue Erkenntnisse führen dazu, dass der Radstreifen sogar eine Breite 1,5m aufweisen müsste, um effektiv mehr Sicherheit zu garantieren. Da kann der Kanton also bald wieder von Neuem beginnen…


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